{"id":9975,"date":"2023-08-01T12:14:46","date_gmt":"2023-08-01T10:14:46","guid":{"rendered":"https:\/\/sankt-matthias.de\/?p=9975"},"modified":"2023-08-01T12:14:46","modified_gmt":"2023-08-01T10:14:46","slug":"der-krieg-im-gaza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.sankt-matthias.de\/?p=9975","title":{"rendered":"Der Krieg im Gaza"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]<strong>Michael Roth, der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses im Bundestag, stellt sich den Fragen der Sch\u00fcler<\/strong>[\/vc_column_text][vc_column_text]Am 27. Oktober 2023 nahm sich der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses Michael Roth (SPD) eine Stunde Zeit f\u00fcr eine Video-Schaltung zwischen Bad Hersfeld, seinem Wahlkreis, und St. Matthias. Schulleiter Ralf Wiechmann hatte zuvor alle Hebel in Bewegung gesetzt, um der Schulgemeinschaft auf diese Weise Gelegenheit zur Aufarbeitung des dramatischen Geschehens zu bieten.<br \/>\nZun\u00e4chst umriss der Au\u00dfenpolitiker in einem Statement seine Sicht zur schlimmen und hochkomplexen Lage: Er sprach von \u201ebrutalstm\u00f6glichem Terror\u201c der Hamas, der sich bewusst gegen Zivilisten gerichtet habe.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#8220;9974&#8243; img_size=&#8220;400&#215;400&#8243; onclick=&#8220;link_image&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Er lehnte es daher ab, bei dieser Auseinandersetzung irgendeine Vorgeschichte gelten zu lassen. Die Hamas erkenne nicht nur das Existenzrecht Israels nicht an, sie wolle vielmehr die Vernichtung des Staates Israel. F\u00fcr Verhandlungen zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt fehle den Israelis, der einzigen Demokratie in diesem Raum, der Gespr\u00e4chspartner. Es sei richtig, die Finanzierungshilfe der EU auf humanit\u00e4re Mittel zu beschr\u00e4nken. Denn anstatt Schulen, Krankenh\u00e4user, Stra\u00dfen und eine Wasserversorgung einzurichten, haben die Hamas, die im Gaza-Streifen das Sagen hat, sich in der Vergangenheit mit den internationalen Mitteln des Entwicklungsaufbaus ein Waffenarsenal beschafft. Man d\u00fcrfe aber die Hamas nicht mit den Pal\u00e4stinensern gleichsetzen.<br \/>\nAn den Deutschen sei es zum jetzigen Zeitpunkt, dem befreundeten Israel Trost und Verst\u00e4ndnis entgegenzubringen und mit besserwisserischen Ratschl\u00e4gen zur\u00fcckhaltend zu sein.<br \/>\nAnschlie\u00dfend beantwortete der Fachmann f\u00fcr Au\u00dfenpolitik zahlreiche Fragen der Sch\u00fcler, als erste die nach der Rolle Deutschlands und der EU in diesem Konflikt. Der Bundestagsabgeordnete \u00e4u\u00dferte sein Bedauern dar\u00fcber, dass es in der EU keine einheitliche Position in dieser Frage gebe. Deutschland stehe aus historischer Verantwortung an der Seite Israels, w\u00e4hrend andere Staaten, z.B. Spanien, eher auf Seite der Pal\u00e4stinenser stehen. Die engsten und glaubw\u00fcrdigsten Freunde der Israelis bleiben die USA, die daher den m\u00e4chtigsten Einfluss auf die israelische Regierung besitzen. Unmittelbar nach dem Terroranschlag h\u00e4tten rege diplomatische Bem\u00fchungen eingesetzt. So f\u00fchrten auch unser Bundeskanzler und die Au\u00dfenministerin in den umliegenden arabischen Staaten Gespr\u00e4che, um zur Eind\u00e4mmung des Konflikts beizutragen.<br \/>\nDer SPD-Politiker forderte die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf, sich durch unterschiedliche und vielf\u00e4ltige Medien, nicht nur aus dem Internet, \u00fcber die Entwicklung in diesem Konflikt zu informieren, um sicherzugehen, auf keine Falschmeldung hereinzufallen; denn Kriege w\u00fcrden nie nur mit milit\u00e4rischen Waffen gef\u00fchrt.<br \/>\nFreilich musste Michael Roth zugeben, dass die sonst so zuverl\u00e4ssigen \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien bei der Frage der Rakete auf das pal\u00e4stinensische Krankenhaus Fehlinformationen aufgesessen seien. Er mahnte die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, gegen Terror und Antisemitismus Flagge zu zeigen und nicht kritiklos den Parolen hinterherzulaufen, wie Israel sei ein Kolonialstaat oder es gehe hier um einen berechtigten Befreiungskampf der Pal\u00e4stinenser.<br \/>\nDaher habe er kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die unbedachten \u00c4u\u00dferungen des UNO-Generalsekret\u00e4rs Antonio Guterres, der damit den Terror der Hamas relativiert und insinuiert, dass die Reaktion Israels darauf unangemessen sei. So werde die Opfer- und die T\u00e4ter-Rolle umgekehrt.<br \/>\nDie Solidarit\u00e4t der arabischen Nachbarstaaten mit den Pal\u00e4stinensern fehle: Der Iran befeuere den Konflikt mit Waffenlieferungen an Hamas und Hisbollah. Die Pal\u00e4stinenser k\u00f6nnten Gaza nicht verlassen, weil \u00c4gypten keine Fl\u00fcchtlinge einreisen lassen wolle, die das Gedankengut der Muslimbr\u00fcderschaft wieder ins Land br\u00e4chten. Dabei war diese Organisation dort vor kurzem erst verboten worden, weil sie Unruhen gesch\u00fcrt habe. Der Libanon und Jordanien auf der anderen Seite seien angesichts der Masse an syrischen Fl\u00fcchtlingen nicht mehr in der Lage, weitere aufzunehmen. Und schlie\u00dflich sei es durchaus auch das Interesse der Hamas, dass die Grenzen geschlossen bleiben, so dass Bilder entst\u00fcnden, die das Leid der Zivilbev\u00f6lkerung der Welt\u00f6ffentlichkeit in mitleiderregender Art vor Augen f\u00fchren<br \/>\nAuf die Frage nach der ausbleibenden Bodenoffensive antwortete der erfahrene Politiker, dass die Regierung Netanjahu in einer Zwickm\u00fchle stecke: Sie wolle das Leben der 225 Geiseln nicht gef\u00e4hrden und nat\u00fcrlich auch das Risiko ziviler Opfer minimieren. Auf der anderen Seite m\u00fcsse sie dem berechtigten Sicherheitsbed\u00fcrfnis der eigenen Bev\u00f6lkerung Rechnung tragen und die terroristische Organisation ein f\u00fcr alle Mal unsch\u00e4dlich machen.<br \/>\nMichel Roth sieht am Ende des Konflikts immer noch die Zwei-Staaten-L\u00f6sung, auch wenn der Weg dorthin \u00e4u\u00dferst kompliziert sei: Dass es zwischen den beiden Territorien, die den Pal\u00e4stinensern bisher zugewiesen sind, keine Verbindung gebe, halte er f\u00fcr \u00e4u\u00dferst unbefriedigend. Auch die Frage nach dem k\u00fcnftigen Status von Jerusalem sei komplex: Die Stadt wird von den Israelis als Hauptstadt betrachtet. Ostjerusalem wird von den Pal\u00e4stinensern beansprucht. Schlie\u00dflich gilt die Stadt als Zentrum der Christenheit.<br \/>\nSeine ernsten Ausf\u00fchrungen schloss Michael Roth mit dem wenig erfreulichen Eingest\u00e4ndnis, dass er keinen unmittelbaren Ausweg aus der Krise sieht, dass er aber hoffe, dass der Konflikt sich nicht ausweiten werde. Er habe Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der Hamas als Terrororganisation, bef\u00fcrchte aber, dass der alte Hass der Araber durch die Gegengewalt Israels auf die n\u00e4chsten Generationen weitergetragen werde.<br \/>\nMit einem Dank an den Politiker f\u00fcr seine klaren Erl\u00e4uterungen beendete Schulleiter Ralf Wiechmann die Video-\u00dcbertragung, die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachdenklich zur\u00fccklie\u00df und teilweise noch zu Gespr\u00e4chen anregte.<br \/>\nIn einer ersten Reaktion auf die furchtbaren Meldungen vom 7. Oktober aus Israel hatte sich die Schulgemeinschaft bereits am 16.10. zu einem gemeinsamen Morgengebet im Foyer der Schule eingefunden, das von Matthias Dei\u00df, dem religionsp\u00e4dagogischen Leiter von St. Matthias vorbereitet worden war.<\/p>\n<p>Thomas Erhard[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]Michael Roth, der Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses im Bundestag, stellt sich den Fragen der Sch\u00fcler[\/vc_column_text][vc_column_text]Am 27. Oktober 2023 nahm sich der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses Michael Roth (SPD) eine Stunde Zeit f\u00fcr eine Video-Schaltung zwischen Bad Hersfeld, seinem Wahlkreis, und St. Matthias. 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